Für Geschichtsinteressierte

Zeitenwende – Freiherr vom Stein und die Westfalen

Die Burg Vischering zeigt eine spannende Ausstellung mit dem Thema „Zeitenwende – Freiherr vom Stein und die Westfalen“.

Über die Startseite der Burg gelangt Ihr ganz einfach zu einem 360 Grad Rundgang und könnt Euch so die Ausstellung online ansehen. Auf Instagram könnt Ihr regelmäßig kleine Beiträge zu Details der Ausstellung verfolgen.

Warum dieses Thema für uns so wichtig ist, dass wir damit eine Ausstellung gestaltet haben? Ganz einfach: Freiherr Karl vom und zum Stein hat als Minister der preußischen Regierung viele Reformen eingeführt, die für das Schicksal der Westfalen heute noch eine Rolle spielen.

Bildnis des Freiherrn Karl vom und zum Stein als preußischer Minister, um 1804, Reproduktion. Leihgabe der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege an die Freunde Museums für Kunst und Kultur Münster e.V.

Bildnis des Freiherrn Karl vom und zum Stein als preußischer Minister, um 1804, Reproduktion.
Leihgabe der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege an die Freunde Museums für
Kunst und Kultur Münster e.V.

Wer war eigentlich dieser Freiherr vom Stein?

Viele Schulen, so auch eine Realschule in Coesfeld sind nach Freiherrn vom Stein benannt.

STECKBRIEF

geboren: 25. Oktober 1757 in Nassau
Studium: Geschichte, Jura und Wirtschaft in Göttingen
Staatskanzler
von König Wilhelm III.

Besondere Verdienste: Er reformierte zusammen mit Karl August von Hardenberg die preußische Verwaltung und Gesellschaft
gestorben: 29. Juni 1831 in Selm

Welche Reformen hat Freiherr vom Stein eingeführt?

  • Aufhebung der Erbuntertänigkeit der Bauern. Das bedeutet, die Leibeigenschaft der Bauern gegenüber den Adeligen wurde abgeschafft.
  • Die Einführung der Städteordnung, die Städte und Gemeinden erhielten damit ein größeres Mitspracherecht.
  • Die Handelsbeschränkungen für Gewerbetreibende wurden aufgehoben.
  • Die staatliche Verwaltung wurde neu organisiert.
  • Das Militär wurde mit der sogenannten Heeresreform modernisiert. Unter anderem wurde die Prügelstrafe im Heer abgeschafft.
  • Nichtadelige dürfen über Grundbesitz verfügen
  • Jeder preußische Bürger erhält das Recht auf den Erwerb von Eigentum
  • Freiheit der Berufswahl
  • Freiheit der Eheschließung

An den Reformen des Freiherrn vom Stein lässt sich gut erkennen, wie wenig Rechte Bauern und Bürger vorher hatten.
Je weniger Beschränkungen den Bauern und Bürgern auferlegt wurden, umso mehr verlor der adelige Stand an Einfluss und Macht!

Warum hat Freiherr vom Stein Reformen eingeführt?

Freiherr vom Stein war zwar während der politischen Konflikte für Preußen und gegen Frankreich, aber das französische Gesetzbuch, den sogenannten „Code Napoleon“ den Napoleon 1804 herausgebracht und nach seinem Sieg über Preußen auch in den eroberten Gebieten Westfalens eingeführt hatte, fand er sehr fortschrittlich.

Das französische Gesetzbuch, in Frankreich „Code Napoleon“ genannt, diente Freiherr vom Stein als Ideengeber für seine Reformen.

Abbildung des Code Napoleon

Code Napoléon I Einzig officielle Ausgabe für das Großherzogtum Berg. Großherzoglich-Bergische Regierungs-Buchdruckerey  bey X. Levrault. Düsseldorf. I 1810 I Museum Burg Vischering

Freiherr vom Stein sah die Ursachen für die Niederlage gegen Frankreich in dem veralteten preußischen Staatssystem, gegenüber der modernen französischen Staatsführung.

Freiherr vom Stein lebte in einer Zeit der Kriege

Die Kämpfe gegen die Vorherrschaft Frankreichs waren erbittert. In der Zeit von 1813 – 1815 fanden die sogenannten Befreiungskriege statt. Verbündete waren Großbritannien und Österreich.

Auf der farbigen Lithografie sieht man Infanteriesoldaten des Königreich Preußens. Sie stehen am Rand eines Schlachtfeldes. Der dicke Rauch zeigt den Hauptkampfplatz an. Ein Gewehr, wie es die Soldaten

auf dem Bild mit aufgepflanztem Bajonett tragen, ist auch in der Ausstellung auf Burg Vischering zu sehen.

Abbildung von Infanteriesoldaten

Lithografie: Infanteriesoldaten des Königreich Preußens I Museum Burg Vischering I Foto Kreis Coesfeld

Am Ende der Kriege hatten tausende von Männern unterschiedlicher Nationen ihr Leben verloren. Aus Westfalen sollen es 333 Männer gewesen sein, auch Lüdinghausen hatte einige Verluste zu beklagen.

Hoffentlich sehen wir Euch bald in der Ausstellung, dort könnt Ihr noch sehr viel mehr Interessantes zu dem Thema erfahren.